Mein letztes H&M Paket, bye bye Mango/Zara & Co. - mehr Verantwortung übernehmen

Ich kaufe und kaufe und kaufe. Shopping gehört irgendwie mit zu meiner Alltagsbeschäftigung, aber nicht weil ich super reich bin. Und weil das eben der Fall ist, kaufe ich bei H&M, Zara, Mango und Co. Vor allem im Sale bin ich eine unglaubliche Schnäppchenjägerin. Doch je lauter die Stimmen werden die, die Grausamkeit der Produktionsbedingungen auch auf meinem Tablett servieren, desto mehr fang ich an meinen Konsum zu hinterfragen. Muss das sein? Ein Top für 3 oder 5€ im Sale? Wie kann das funktionieren wenn es vorher doch schon 50 € gekostet hat? Und wieso sollten andere Menschen leiden, nur damit ich meinen westeuropäischen Hintern permanent in neue Sachen stecken kann?

Wie oft habe ich Fehlkäufe macht, ziehe Sachen nicht an oder sie gehen schnell kaputt weil die Qualität einfach mega kacke ist? Und trotzdem kaufe ich, oft, schnell, viel. Fast Fashion eben: Zara füttert unsere Sucht nach mehr mit einer neuen Kollektion pro WOCHE! Pro Woche!!!!

Früher haben Labels eine Kollektion pro Quartal oder Saison gemacht und wir sind auch nicht daran gestorben. Aber so ist unsere Gesellschaft eben: alles höher schneller, weiter, mehr mehr mehr und selbst das ist nicht genug. Innere Leere wird mit Massen an äußeren Gütern versucht zu kompensieren.

Aber zurück zum Thema…ich verfolge einen Blog einer österreichischen Bloggerin: dariadaria. Sie ernährt sich wie ich vegan (zwar erst seit kurzem aber Wurscht), bloggt aber über Fairfashion und nachhaltige Mode seit langem. Diese Woche hat sie mehrere Links und Artikel gepostet, die mich als Mensch mit einem durchaus vorhandenen sozialen Gewissen aufschreien und vor allem mal wieder in Ruhe nachdenken lassen. Muss das denn sein? Wieder ein H&M Paket? Noch ein Teil mehr im Schrank, dass den Blick trübt und mich noch weniger wissen lässt, was ich denn eigentlich alles besitze. Ich weiß doch eigentlich, das es anders gehen könnte, ich muss nicht massenhaft billige Kleidung aus der Türkei, Indien und Bangladesh kaufen. Ich kann anstatt für vier Kleidungsstücke 10 € auszugeben, auch für eins 40 € bezahlen,  dafür aber qualitativ und fair. Außerdem liebe ich ja auch Secondhandshops nicht erst seit gestern und auch Kleiderkreisel hat mir ,zu Minipreisen, schon tolle Sachen aus zweiter Hand beschert. Zusätzlich wächst gerade ein Markt an veganen Schuh- und Modelabels (zu Mango & Zarapreisen), welchen ich auch endlich mal erschließen könnte. Warum also nicht? 

Mich vegan zu ernähren, begann vor knapp drei Jahren als Experiment, das sich als eines der besten meines Lebens entpuppte. Und das aus vielerlei Gründen. Wieso also nicht ein neues Experiment wagen und diesen ganzen besagten Labels den Stinkefinger zeigen? Es einfach mal auszuprobieren?

Ich mach’s ab heute. Es wird sicher kacke werden, denn ich muss meine Shoppinggewohnheiten komplett über Board werfen, ich werde es verfluchen aber auch mit Sicherheit tolle neue Erfahrungen machen und shoppen. Das was ich schon habe behalte ich und trage es weiter. Aber ab heute kommen nur noch vegane und/oder fairproduzierte (d.h. nachhaltig und in Europa produziert), Kleidung, Secondhandware und Schuhe ins Haus. Ich bin gespannt und lass mich auf das Abenteuer ein, zumindest für die kommenden beiden Monate! 

Liebst,

Madlén

PS: Wenn sich jemand von Euch mit dem Thema auskennen sollte: bitte her mit den Tipps. 

Photo: VonBergPhotography