Tag des traditionellen Handwerks - HeimatLiebeTradition

Klöppel-Kissen im Museum Olbernhau

Klöppel-Kissen im Museum Olbernhau

Ich bin eine Vogtländerin, mit Leib und Seele...und irgendwie auch eine Grenz-Erzgebirger. Mein Heimatstädtchen befindet sich genau an der Grenze zu beiden Landkreisen. Was das für mich bedeutet? Geborgenheit, Heimatgefühl aber auch Traditionen und Bräuche. So sehr ich die Großstadt, Social Media und Modernes liebe, so sehr schätze ich aber auch Holzkunst, Wälder und familiäre Bräuche. 

Eine dieser Traditionen sind die jährlichen gemeinsamen Ausflüge ins Erzgebirge, vor allem mit dem Kur-und Spielzeugmacherort Seiffen verbinde ich die schönsten Kindheitserinnerungen, besonders jetzt wo die Weihnachtszeit zum Greifen nah ist. Umso mehr habe ich mich gefreut (mit den Liebsten im Gepäck), letzten Sonntag in Seiffen und Olbernhau den Tag des traditionellen Handwerk 2016 zu besuchen. Was das ist?

An diesem Tag laden verschiedenste Handwerksbetriebe, Museen und andere Orte mit Jahrhunderte alter Geschichte zum Blick hinter die Kulissen ein. Volkskunst in Form von Holzarbeiten wie Schnitzereien, Malereien und Klöppel-Arbeiten gab es zu bestaunen. Eine unserer ersten Adressen war das Museum in Olbernhau. Die prachtvollen alten Holzschränke oder in kalten Winternächten hergestellten Buckel-Bergwerke haben mich schon als kleiner Knirps beeindruckt. Die beachtliche Ausstellung gibt einen wunderbaren Einblick in die Region und jung und alt kommen hier auf ihre Kosten.

Weiter ging es, an diesem wirklich wundervollen Herbstag, jahrzeittypische Boten zu entdecken...ob getrocknete Kornblumen oder Fliegenpilze am Straßenrand...irgendwie fühle ich mich hier immer ein bisschen wie im Märchen. Als würden die Uhren sich hier langsamer drehen und man ein kleines Stück (im positiven Sinne) Vergangenheit zurückbekommen. Kindliche Gefühle kommen hoch <3

Dass jedoch Tradition nichts veraltetes oder gar langweiliges ist, hat uns unsere zweite Station bewiesen. Wer ein erzgebirgisches Urgestein kennenlernen und außerdem in den Genuss eines musikalischen Comedy-Programms kommen will, der sollte unbedingt zur Drechslerei Stephani gehen. Der Inhaber Heiner ist nicht nur eine markante Erscheinung mit Hornbrille, Hut und lauter Stimme, er ist vor allem Entertainer und kreative Haut. Klassische Räuchermännchen kann er genauso wie seine sog. Mops-Engel, die auch schon mal Schallplatten als Flügel verpasst bekommen können. Aber seht und hört selbst. :)

Die Mops-Engel

Heiners Werkbank - irgendwie auch Kunst!

Heiners Werkbank - irgendwie auch Kunst!

Ansonsten gab es irgendwie an jeder Ecke eine Mischung aus Nostalgie, Moderne, Idylle, Charme und Retro zu entdecken.

Unsere dritte und letzte Etappe war das "Weihnachtsdorf" Seiffen, hier möchte ich gern mal hinziehen, wenn ich die Schnauze voll von allem habe und am Kaminfeuer, bei Kerzenschein strickend (oder vielleicht klöppelnd -> man kann nämlich Kurse belegen), meinen Lebensabend fröhnen und in der wunderschönen Landschaft des Erzgebirges mir das ganze Jahr Schwibbögen ansehen :)

Ein Hotspot in Seiffen ist außerdem das Haus von Wendt & Kühn, die weltberühmten Engelchen mit den elf Punkten auf den Flügeln gibt es im Inneren zu bestaunen, sowie die eigene Geschichte des Unternehmens. Auch hier trifft Vergangenheit auf Gegenwart und ein bisschen Zukunft.

Was sind eure liebsten Heimaterinnerungen? Bzw. was steht bei Euch auf der Agenda wenn es euch in heimische Gefilde treibt? Ist es eine bestimmte Speise, ein Ort, ein Baum oder ein Geruch?

Lasst es mich wissen.

 

Liebst,

Madlén Bohéme