Felix 1999 - 2016

06.12.2016

Heute hat mein bester Freund für immer seine Augen geschlossen. 

17 Jahre warst du an meiner Seite und hinterlässt ein gebrochenes Herz sowie unzählige schöne Erinnerungen. Stunden lang lagst du draußen in der Sonne und ich weiß, heute hat sie nur für dich geschienen!

Felix

Felix

 

Ich konnte mich am letzten Wochenende von dir verabschieden, doch Abschied ist etwas, dass einem nie Befriedigung bzw. vollkommenen Trost spenden wird. Es ist sicherlich ein „gutes“ Gefühl, die Möglichkeit zu haben, doch manchmal glaube ich einfach, dass der Tod etwas ist, dass über unseren Verstand und unsere Emotionen hinausgeht.

Egal ob Tier oder Mensch, wenn ein einem nahestehendes Lebewesen geht, dann verbindet sich seelisches Leiden mit körperlichem Schmerz. Die Hoffnung stirbt zuletzt, auch wenn man eigentloch weiß, dass es Ausweg los ist.

Lange 17 Jahre hat er mich begleitet. Ich war gerade einmal elf, als wir ihn vom Bauernhof auf dem nahegelegenen Dorf geholt und damit vor dem Tierheim bewahrt haben. Er sprang direkt auf den Arm meiner Mama und es war sofort klar, dass dies ein neues Familienmitglied ist. MIT-Glied…das bedeutet, wenn ein Teil, das Glied einer festen Kette wegbricht, nicht mehr da ist, dann hinterlässt das eine Lücke. Und diese Lücke hinterlässt Leere und Ohnmacht. Aber auch Erleichterung, denn man muss auch Loslassen können, vor allem wenn somit unnötiges Leiden erspart wird. Und das waren wir diesem kleinen Kerl schuldig. Obwohl er gar nicht so klein war. Eher die verfressenste Katze der Welt, in bester Garfield Manier. 

Ich denke an 17 Jahre zurück. An dunkle Stunden, voll Trauer, Wut und Herzschmerz. In diesen Momenten hat er mir Trost gespendet, sich zu mir gelegt, war einfach da. Ist das nicht das wunderbare an Tieren? Das sie uns wortlos verstehen, gerade in den Momenten in denen wir selbst keine finden, sprachlos sind? Sie sind einfach da. Ohne Erwartungen, ohne das man eine Rolle spielen oder funktionieren muss.

Bei meinem ersten Liebeskummer mit 15 lag er wärmend an meiner Seite, selbst die Herzen von potenziellen „Ich-mag-eigentlich-Katzen-nicht-so“ Menschen hat er erreicht. Als ich mit 18 von zu Hause auszog wartete auch mit ihm an den Wochenenden ein Stück Heimat auf mich. Mit großen grünen Augen schaute er mich oft skeptisch an, wenn ich mal wieder mit bunten Haaren auf der Schwelle stand und hat sich auch nicht nehmen lassen mir mal ganz sein Geschäft in meiner Handtasche zu hinterlassen:) Es ist ein lachendes und ein weinendes Auge mit denen ich diese Zeilen schreibe. Ich bin untröstlich, dass du nun nicht mehr da bist, aber auch dankbar für die lange Zeit, die ich/wir mit einander haben durften. Ich bin mir sich, dass dort, wo auch immer du jetzt bist, jeden Tag die Sonne scheint. 

 

<3