Gelebte Ambivalenz

Als Blogger macht man sich öffentlich, darüber sollte man sich bewusst sein. Du zeigst dich, deine Meinung und präsentierst auch verschiedene Themen und Dinge. Dass das nicht immer jedem gefallen muss ist ein Tatbestand um den man nicht diskutieren/streiten muss. Was jedoch zur Diskussion gestellt werden sollte, ist die Art und Weise wie Menschen an dich herantreten um dein Verhalten zu reflektieren.

In den letzten beiden Tagen ist eine Facebook Diskussion auf meinem privaten Account losgetreten worden, welche sich auf meine Beteiligung an dem BILD Zeitungsartikel über die Leipziger Blogszene bezog. Soweit so gut…das dies eine Zeitung ist, welche zu diskutieren ist auch. Doch leider gab es keine kritische Diskussion zu dieser Tatsache, sondern es wurde eine Moloch aus dumpfen Beleidigungen losgetreten und das von Menschen, die mich Monate weder gesprochen/noch gesehen oder wirklichen Anteil an meinem Leben hatten. Der Gipfel dieser „Diskussion“ bestand darin das ich als Prostituierte bezeichnet, sowie meine Glaubwürdigkeit als Mensch in Frage gestellt wurde.

Für mich war dies ein Schlag in die Magengrube, eine plumpe Beleidigung, die nichts mit konstruktiver Kritik, sondern gezielter Verletzung zu tun hatte und mir die Tränen in die Augen trieb. 

Ich will jetzt keine weitere Debatte über diese Zeitung hier lostreten, ich stehe zu diesem Artikel und habe weder meine Seele verkauft, noch meine Prinzipien aufgegeben. Ich bin kein politischer Blog, was aber auch nicht bedeutet das ich keine kritischen Themen ansprechen darf. Ich blogge über das Thema Nachhaltigkeit und Faire Mode in einem bestimmten Maße und trage trotzdem auch noch Mango, Zara und Co. Dazu stehe ich und habe nie etwas anderes behauptet. Und warum? Weil wir alle wissen, dass es gar nicht mal so einfach ist seine Gewohnheiten zu ändern und schwierig ist das passende Angebot an Produkten zu bekommen. Ich suche immer gezielt, in kleinen Schritten nach Alternativen, die ich mir und euch vorstellen kann. Aber ohne den erhobenen Zeigefinger zu benutzen. 

Ich finde es aber auch lächerlich jemanden der Dinge anders macht an den Pranger zu stellen (und da kenne ich viele andere Blogger denen es auch so geht - siehe Dariadaria) weil er /sie es angeblich nicht ALLES richtig macht bzw. mit voller Konsequenz lebt. 

 

Quelle: https://de.pinterest.com/pin/263882859385999083/

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Das Leben ist voller Ambivalenz und nicht nur schwarz oder weiss. Wir bewegen uns immer wieder zwischen dem Drang nach Freiheit und einem sicheren Hafen, wir wollen Veränderung und trotzdem macht sie uns Angst, wir machen Fehler doch gerade aus denen werden wir zu den Menschen die wir sind, wir kaufen bei Primark aber essen kein Fleisch, wir wollen die Umwelt schützen aber genießen den den Flug der uns schnell an unser Ziel bringt, wir wollen gefallen aber uns trotzdem selbst treu bleiben, wir such im äußeren nach Anerkennung aber wissen das wir sie eigentlich nur innen finden, wir finden Germanys Next Topmodell öffentlich scheiße aber schauen es trotzdem heimlich, wir essen vegan und trotzdem läuft uns bei der Dönerbuden manchmal das Wasser im Munde zusammen, wir schimpfen auf vermeintliche Stars und Sternchen und fänden aber einen Tag in einem ***** Hotel trotzdem ganz geil. Auf was ich hinaus will ist, dass wir alle voller Ambivalenz sind und das wir diese auch diskutieren sollten! Aber voller Respekt und ohne Beleidigungen. Das gilt auch für Blogger, denn nur weil ich beschlossen habe mich öffentlich zu machen, gibt es noch keinem das Recht mich als persönliche Fußabtreter zu benutzen. Wer mich nicht mag: damit kann ich leben und habe auch eine super Lösung für diejenigen parat: DONT READ THIS.

In diesem Sinne,

habt alle ein schönes Wochenende!

Liebst,

Madlén Bohéme