Wanderlust Into The Woods - Aschberg

Fjallraven Aschberg

10 Wochen am Stück Stadt im Winter. Das bedeutet vor allem eins: viel drinnen, wenig Bewegung, Heizungsluft, grau in grau und Farbverlust. In den letzten Tagen schrien Körper und Seele vor allem nach einem: Natur. Raus. Atmen. Sehen. Fühlen. Ruhe. Stille. Be-Eindrucken-en lassen.

Ich bin ein Kind des Vogtlands. So sehr ich die große Stadt mit all ihren Vorzügen liebe, im Herzen bleibe ich irgendwie immer hier. Bei den hohen grünen Tannen, den Bergen, den Holz verkleideteten Häusern und der speziellen Natur. Je älter ich werde, desto mehr wird mir das bewusst, umso mehr brauche ich das portioniert. Also hab ich mir gestern meine Mama und meinen neuen Fjallraven Rucksack geschnappt, hab mich in mein Auto gesetzt und bin losgedüst. Zum sagen umwobenen Aschberg. Ein Berg im Oberen Vogtland, zwischen Deutschland und Tschechien, Heimat meiner Urgroßmutter welche ursprünglich aus dem benachbarten Kraslice war.

Woods Aschberg

Nachdem wir die Höhenmeter über kleine schmale Straßen genommen hatten, tat sich ein Panorama auf, welches einem kurz die Sprache verschlägt. Überwältigend.Groß. Unbegreiflich. Schön. Hohe, mit leichtem Schnee bedeckte Tannen. Der Nebel hängt sich über die Welt und macht sie ganz still. Es dauert keine fünf Minuten und ich werde ganz ruhig. Wir stapfen durch diese Winterwunderlandschaft. Reden. Sind ruhig. Bleiben stehen und geniessen.

In Klingenthal, dem Ort an dem ihr den Aschberg findet, scheint an der ein oder anderen Stelle die Uhr stehen geblieben zu sein. Es ist eine alte Region, eine Region des Handwerks und der Bescheidenheit. Ein Besuch in einem alten Etablissement, wie der Aschbergschänke, katapultiert einen schon mal 30 Jahre in die Vergangenheit, aber auch das hat seinen ganz ganz eigenen Charme. Bei Pilzsuppe und Würzfleisch, stärkt man sich gern für die nächste Etappe.

An dieser Stelle sei meiner lieben Mama für die vielen Fotos gedankt, mit Geduld und viel Freude macht diese immer, wenn wir unterwegs sind. Glaubt mir, dass macht nicht jeder gerne ;)

AUSZEIT

Ich glaube Bäume und Wälder sind das Urgedächtnis unserer Welt. Ich frage mich immer, wenn ich durch einen so mächtigen Wald laufe, was diese Riesen wohl in ihren viele Jahrzehnten auf der Erde schon alles gesehen und gehört haben. Tannen faszinieren mich. Diese Nadelbäume sind immer grün, trotzen Wind und Wetter und sind in der kalten Jahreszeit die einzige Farbe die sich durch das grau und braun des Winters hindurchbrechen.

Meine wunderschöne Mama <3

Wenn ich diesen Tag gestern Revue passieren lasse, dann möchte ich mir vor allem eins vornehmen: mehr Zeit in der Natur verbringen. Raus aus der Stadt. Ab in den Wald. Man muss dafür nicht immer weit weg oder erst in den Urlaub fahren. Gerade Sachsen bietet eine so unglaublich wunderschöne landschaftliche Vielfalt. Jetzt fehlen nur noch ein paar gescheite Wanderstiefel und generell sollte ich mal in ordentliche Outdoor-Bekleidung investieren. Vorschläge???

Liebst,

Madlén Bohéme