Sich in einer Sache verlieren...

Die neue Staffel meiner Lieblings-Serie Nashville hat begonnen. Warum ich diese Serie so liebe? Na wegen der Musik! In meinem Folkherzen spielt nämlich permanent ein Typ mit Bart und Holzfällerhemd Banjo (vorzugsweise Marcus Mumford ;) und singt mir was von seinem Weltschmerz vor (und ein Mädchen im Blumenkleid tanzt mit dem Tamburin...in der Marcus Mumford Version bin ich das natürlich). 

Ich sitze also auf meinem Sofa, lausche der Musik ...doch heute ist neben der Folkmusik noch ein anderer Stil zu hören: Gospel. Der Chor beginnt, ich bekomme Gänsehaut, mir kommen die Tränen. Gospel. Das ist für mich die Musik, mit der ich angefangen hab zu singen und mit der Bestellung eines Gospel-Notenheftes es  mein damaliger Keyboard-Lehrer geschafft hat, mich für das Tasteninstrument noch mehr zu begeistern. Ich lausche den Liedern....ich google eine Version von Wayfering Stranger die Country und Gospel vereint. Ich höre zu, singe mit....und da ist er: der Moment in dem Zeit keine Rolle mehr spielt, in dem man ganz und gar aufgeht, sich verliert. Im positivsten aller Sinne...

How to get lost?

Sich in einer Sacher verlieren zu können, kommt wohl etwa dem Moment gleich, an dem man von der Muse geküsst wird...in dem man in einer Tätigkeit zu 100% aufgeht. Sich produziert, etwas schöpft oder auch einfach wahrnimmt. Diese Momente kann man nicht erzwingen, jedoch herbeiführen. In dem man ihnen nachgeht. Und um es mit Carrie Bradhaws Worten zu sagen: kam ich nicht umhin mich zu fragen: bei was verliere ich mich eigentlich?

Als Kind habe ich es geschafft mir diese Situationen zu schaffen: beim Singen im Chor, beim Spielen in der Theatergruppe, beim Berühren der Tasten meines Keyboards um zum 1004949 Mal "Killing me softly" zu klimpern, mit dem Kohlestift auf Papier und beim Schreiben in mein Büchlein, welches voll mit Eindrücken, Gedichten und Herzschmerz war. Als Heranwachsende kamen das Lesen im Café und eben auch das Bloggen hinzu.

Denn genau in diesem Moment, wo ich diesen Text in die anderen Tasten, nämlich die meines Laptops haue, ist auch ein solcher Augenblick. Ich glaube, dass ist der mit Abstand schönste Teil des Bloggens: sich in meine Gedanken verlieren. Einen Aufhänger für einen Text, einen Blogbeitrag haben und es dann einfach laufen lassen. Weil ich es will und es wie ganz selbstverständlich passiert.

In diesem Sinne: GET LOST!