Oh so Bukarest City Guide PART I - Einmal Walachei und zurück

Auch wenn mein Bukarest Trip schon ein paar Wochen her ist, möchte ich es nicht versäumen Euch mit Bildern und massenhaft Eindrücken zu zuspammen. Nach Rumänien zu reisen war für mich ein kleiner Traum in den letzten Jahren.

Warum? Keine Ahnung, zu manchen Ländern hat man eben irgendwie eine Verbindung. Warum auch immer. Natürlich ist eine Hauptstadt nie stellvertretend für die Vielfalt eines ganzen Landes...stellt Euch mal vor alle Berlin Touristen würden denken: oha, dass ist also Deutschland...na gute Nacht Marie (sorry liebe Hauptstadt, aber mein Herz hast du leider nicht). 

Lange Rede, kurzer Sinn: Bukarest war super toll, rauh, golden, groß, süß und salzig, im Aufbruch und vor allem eins: politisch. Ich komme wieder, keine Frage, doch das nächste Mal will ich von der Walachei aus gern deine grünen Ecken, von Baia Mare bis Constanta kennenlernen. Denn was ich festgestellt habe, ist vor allem eins: im europäischen Kontext wird Rumänien vollkommen unterschätzt!

Russisch-Orthodoxe Kirche Bukarest

Russisch-Orthodoxe Kirche Bukarest

"Du willst nach Bukarest, wieso das denn?" Sicherlich die am häufigsten gestellte Frage, die Anne (meine Freundin) und ich vor unserer Abreise gestellt bekommen haben. Meine Antwort darauf: "Warum nicht, was weisst du denn über Rumänien? "...in der Regel folgte dann ein Achselzucken. Traurig aber wahr, gern wurde aber auch in einem Atemzug von den Rumänen als Roma's gesprochen. Das diese bloße Nationalität nichts mit den Roma's als Bevölkerungsgruppe und ethnischer Minderheit zu tun hat, wissen die wenigsten. Doch bis vor einigen Jahren, gehörten knapp 10% der Rumänen dieser Gruppe an...doch das ist eine andere (super spannende) Geschichte.

In meinem ersten Teil meines kleinen Bukarest Guide's möchte ich Euch vor allem mit den aaallerwichtigsten Punkten jeder Reise versorgen: Wher- to- eat und natürlich Sightseeing. 

ESSEN & TRINKEN

The Urbanist

The Urbanist

Essen und Trinken kann man meiner Meinung nach eigentlich fast an jeder Ecke ganz gut. Die typische rumänische Küche im klassischen Sinne gibt es nicht, bzw. orientiert sie sich stark an traditionellen Speisen wie sie auch in Polen, Tschechien oder Kroatien zu finden sind. Viel Fleisch (vor allem Schwein und Hack), Kraut, Polenta (das fande ich wiederum interessant, passt aber ziemlich gut, da Rumänisch dem Italienischen sehr ähnlich ist), Sauerrahm all over (wirklich üüüüüber all ;) und eine bemerkenswerte Kaffeekultur. 

THE URBANIST

Das schöne Hipster-Café "The Urbanist", war bis vor kurzem noch ein reiner Streetwear-Store, der sich nun mit einem Coffee-Shop gepaart hat. Ziemlich schöne Location, viele Pflanzen (i like) und sehr geiler Kaffee bilden eine gute Gemeinschaft. Typisch rumänisch ist es nicht, aber sehr stylish. 

COFFEE SHOPS

Generell gibt es (wie übrigens auch Bücherläden und Apotheken), an jeder Ecke ziemlich stylishe Kaffee-Buden in den ihr Euch die Füße, nach einem Gewaltmarsch durch die Stadt, (über 2 Mio. Rumänen leben hier auf 228 Quadratkilometer) vertreten könnt.

Rumänische Küche

Wie bereits erwähnt ist diese anderen ost-südosteuropäischen Ländern sehr ähnlich. Ein Muss sind aber Sarmale (Kohlrouladen), Mici (Hackfleischröllchen), Papanasi (frittierter süßer Quarkknödel) und generell alles aus oder mit Auberginen. Man kann aber auch überall gut Piroggen oder Soljanka essen ;)

Sarmale im Caru Cu Bere

Sarmale im Caru Cu Bere

Kraut 4 ever

Kraut 4 ever

Pie <3

Pie <3

Weitere unschlagbare Restaurant-Tipps:

FREE WALKING TOUR

Was ich bisher bei jedem Städtetrip in den letzten Jahren unternommen habe sind : Free Walking Tours. Ich hab Euch bei diesen beiden (Krakau & Ljubljana) Reiseberichten bereits davon erzählt. 

Dabei handelt es sich um auf freiwilliger Spendenbasis stattfindende Stadtführungen, welche in der Regel auf Englisch sind. Das Tolle daran ist, dass sie immer von Locals durchgeführt werden. Ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht, auch hier. Unsere Tour war trotz einer Dauer von 3 Stunden nicht eine Sekunde langweilig, das Publikum offen und international. Im Schnitt gibt jeder Gast 5-10€ Spende. 

Unser Guide

Unser Guide

Das Wunderbare an so einer Tour ist, dass man sofort einen (oft alternativen) Überblick über die Stadt bekommt und sich von da aus dann orientieren kann. In Bukarest fand ich das besonders hilfreich, da die Stadt einfach so groß ist, dass ich mich ehrlich gesagt manchmal schlecht orientieren konnte (ist mir bisher selten passiert). Generell gibt es super viel zu entdecken. 

Vor allem Kirchen findet man (trotz des Ceaușescu Regimes) an vielen Ecken. Das Land ist größtenteils rumänisch-orthodoxen Glaubens und auch wenn es Prunkbauten sind, ich liebe orthodoxe Kirchen...

Das Foto der beiden Nonnen ist in einem kleinen Kloster aufgenommen, welches hinter sowjetischen Bauten versteckt wurde. Es ist in der lauten Stadt ein kleines Einod...das Bild mit den beiden Nonnen, welche besonnen sie Fenster reinigten finde ich so einprägsam. Sie sehen aus wie "Gefangene" und durch ihre schwarze Kleidung sind nur ihre Hände und das Gesicht zu sehen...ich fand das irgendwie surreal.

Universitätplatz

Universitätplatz

Parlamentspalast

Parlamentspalast

Das war der erste kleine Eindruck...im zweiten Teil erzähl ich von den Kosten und der Unterkunft unserer Reise, sowie einem besonderen Museum, der zweiten Walking-Tour und es wird vor allem eins: bunt.

Happy Easter

Madlén Bohéme

PS: das orthodoxe Ostern wird nach einem anderen Kalender berechnet als das westliche. Wusstet ihr das?