Into the Woods II - Schöneck/Vogtland

Schöneck / Vogtland

Die Sonne zwiebelt mir im Gesicht, obwohl die Luft hier noch recht kühl und sehr frisch ist, wärmen die Sonnenstrahlen meinen Nacken. während ich über den watteweichen Waldboden tipple. Die heruntergefallenen Blätter und Nadeln, haben ihn wie eine grüne weiche leicht federnde Matratze werden lassen. Es raschelt, die Sonne bricht sich durch den sonntäglichen Himmel und meine Mama und ich laufen, einfach los...der Nase entlang, da wo uns der Wald eben hinführt.

Vogtland

Schöneck, dass verbinde ich nicht nur mit Schulausflügen, sondern auch mit Aufenthalten im IFA Ferienpark, roten Wangen vom Schlitten fahren, frischen Kuchen in Café's und vielen glücklichen Momenten? Warum? Weil ich hier immer draussen war. Im Grünen oder Weissen, aber immer in der Natur.

Als Teenager war ich der festen Überzeugung dass nur das Stadtleben erstrebenswert sein kann. Schöne Schaufenster, viele Menschen, Galerien und ständig was los...natürlich schätze ich die unendlichen vor allem kulturellen Möglichkeiten in der Großstadt.

Aber irgendwie ist irgendwas passiert.

Bäume umarmen

Nach den vielen durchfeierten Nächten, den endlosen Geräuschen und dem Towabo...da schreit die kleine Stimme im Kopf: STOP. Raus. Anhalten. Doch Entspannung findet sich nicht dauerhaft im verkaterten Sonntagsbett mit postalkoholischer Depression. 

Sie ist auch kein stiller Nachbar mein stupiden Fernsehglotzen auf der Couch. Sie ist im Ursprung zu finden, in der Stille und der Zeit mit mir selbst. Und wo geht das besser als in der Natur?

Nach unserem dreistündigen Spaziergang durch die Wälder und einer einstündigen Rast auf einer kleinen Bank, mitten im Wald auf einer Lichtung, war ich so entspannt wie selten. Mama's belegtes Brot und der Mulitvitaminsaft schmeckten auf einmal, als würde ich sie zum ersten Mal essen und irgendwie ist mein ganzer Körper aufgeladen. Mit Sonne. Wärme. Frühling, es ist so gut, dass du endlich da bist. 

Ein bisschen wie aus dem Winterschlaf aufwachen fühlt es sich an. Nachdem über Monate alles in grauer Starre war, benötigt es oft nur einen warmen Tag mit den starken Sonnenstrahlen der Märzsonne, um die Bäume und Sträucher zum blühen zu bringen.