Liebe lieber leicht oder: er steht einfach nicht auf dich!

Ende 20 und Single, Anfang 30 und Single oder generell Single, egal in welchem Alter. Im Zeitalter von #ghosting#benching und Wörtern wie #boyfriendmaterial, sowie anderen komischen menschlichen Verhaltensweisen, ist es gar nicht so einfach eigene Lovestories zu schreiben.

Denn haben wir das Objekt der Begierde, erst einmal erspäht und für sehr gut befunden, geht das große Drama erst richtig los. Wir werden uns bewusst, dass wir sie oder ihn mögen, dass wir Gefühle hegen, verliebt sind, also verletzbar werden und fangen dann leider sehr oft an, uns sehr komisch zu verhalten.

Da wird dann der komplette Alltag verändert, denn er könnte ja eventuell am Wochenende nach einem Date fragen, den Freunden wird abgesagt oder zumindest werden sie hingehalten bzw. mit der Option versehen, dass man doch noch mal weg muss, sollte ER sich melden...

Hinzukommen die stundenlangen Interpretations- und Analysensitzungen mit Freundinnen darüber, wann der perfekte Zeitpunkt zum Antworten ist (erstmal zappeln lassen vs. ich schaue alle 2 Sek. panisch auf mein Telefon), es werden tausend Gründe gesucht wieso er sich nicht meldet oder nicht nach einem erneuten Treffen fragt.

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Er hat bestimmt grad super viel zu tun, sein Handy verloren oder hey: ist eventuell sogar gestorben...

Die Schönrederei und Erklärungsansätze darüber, warum sich unser Gegenüber nicht so verhält wie wir es uns eigentlich wünschen, kennt keine Grenzen. Wir sind Meister der Verdrängung von Tatsachen, welche sich in der Welt der Gefühle eigentlich ganz offensichtlich zeigen. Sobald es mit dem Objekt der Begierde nämlich awkward wird, er sich super unregelmäßig meldet, dich versetzt, Tage lang nicht zurückschreibt etc.pp...dann gibt es ehrlich gesagt nur einen einzigen Grund: ER STEHT EINFACH NICHT AUF DICH!

Schon Miranda aus Sex and the City hat den Wert und die Befreiung dieser Worte erkannt ;)

Ich weiss die Wahrheit tut weh und ich gehöre selbst zu der obigen Kategorie Frauen, die gerne psychologische Verhaltensmuster schematisch aufzeichnet, um das Verhalten des Gegenübers zu erklären. Es kann auch durchaus sein, dass ich damit richtig liege...doch am Ende, nämlich wenn ich auf meine Bedürfnisse und Wünsche schaue, komme ich doch wieder auf denselben Punkt: er kann mich nicht so wollen wie ich es gerne hätte. Denn ich würde ihn gerne mehr sehen, eine Beziehung eingehen oder was auch immer. Defacto: das wird nix. 

Warum verschwenden wir dann aber so viel Zeit auf Menschen, die unseren Wert und unsere Bereitschaft nicht erkennen?

Weil wir insgeheim unbedingt Liebe wollen, die große ...mit Nächten voller Leidenschaft, das Gefühl des Verzehrens...wir wollen auch ein bisschen Leiden. Das Gefühl in der Magengegend, dass mit einem Magen-Darm-Virus im positiven Sinne zu vergleichen ist. Und wir leiden lieber etwas länger und erhalten uns die Idee, die Hoffnungen und die Wunschvorstellung anstatt einzusehen, dass dieser Mensch einfach ab einem bestimmten Punkt Zeitverschwendung ist...nur unser Ego, dass will das so gar nicht so gern einsehen.  Denn ja: Ablehnung tut weh, vor allem dem Selbstwertgefühl. Doch wenn es nicht passt, dann passt es nicht. 

Wir, die Meister der Körbe...

Sind wir doch mal ehrlich, die Chance jemanden zu treffen, mit dem es wirklich passt, die ist jetzt nicht so enorm groß und mal abgesehen davon, dass wir selbst einen Korb bekommen, sollten wir uns mal fragen: wie oft vergeben wir den eigentlich selbst? Ich denke öfter als uns bewusst ist. 

Love happens

Liebe passiert einfach oder eben nicht. Du kannst sie nicht planen, heraussuchen oder dich dazu zwingen. Sie ist nicht kontrollierbar...das ist wunderschön und schrecklich zugleich, vor allem wenn sie unerwidert bleibt. 

Liebe lieber leicht!

Doch wenn sie passiert, dann ist es doch eigentlich ganz einfach oder? Überlegt doch mal: wenn ihr mit einem Mann oder einer Frau eine Beziehung eingegangen seid...dann gab es vielleicht die anfängliche Spielerei...aber der andere hat immer sein Interesse gezeigt, sich gemeldet, ihr habt Euch gesehen und es ist einfach passiert. Natürlich gibt es immer spannende Geschichten drumherum und manchmal hat es gedauert bis man sich bekommen hat. Aber am Ende und vor allem am Anfang jeder Liebe, fühlt es sich einfach nie unangenehm an. Und so sollte es sein. <3

Sarah hat mich übrigens mit zu diesem Post inspiriert. Sie hat zum selben Thema einen wunderbaren Post auf dem Alabaster Blogzine veröffentlicht - hier gehts lang! 

Happy weekend!

Madlén Bohéme