#NurWennIchEsWill - Meine Oktoberfestgeschichte

IMG_0467.JPG

Es wird Herbst. Der Wind wird kühler, die Tage kürzer und die Nächte länger. Die Blätter färben sich so langsam bunt und das Münchner Oktoberfest läutet für mich immer diese Zeit feierlich ein. Ich selbst war bisher nur einmal bei der Wies’n und das im Jahr 2009. Meine Geschichte möchte ich heute hier im Rahmen der „NurWennIchEsWill“- Kampagne, die von der Pille Danach ins Leben gerufen wurde und junge Frauen zur sexuellen Selbstbestimmung und Emanzipation ermutigt, erzählen.

Im Mai habe ich im Rahmen dieser wunderbaren Aktion bereits mit der lieben Mia vom Alabaster Blogzine ein Interview geführt, welches ihr hier nochmals nachlesen könnt.

 

IMG_0478.JPG

Aber zu meiner Geschichte:

September, ich war 21 und mein Bachelorstudium stand kurz vor der Tür. Mit einer Freundin habe ich ein paar Tage Urlaub in Italien verbracht und im Anschluss daran sind wir noch für ein Wochenende bei einem Freund in München geblieben. Ein Oktoberfestwochenende. Klar also, dass man das weltweit bekannte Fest auch einmal miterleben muss.

Der besagte Freund von mir, war dieser Typ Junge den man irgendwie unheimlich süss findet, mit dem man auch schon geknutscht hat, aber nicht richtig verliebt war. Das habt ihr sicher alle schon mal erlebt.

Wir drei begaben uns an besagten Samstag Nachmittag auf das Oktoberfestgelände, es waren Massen über Massen unterwegs, es wurde getrunken, gefeiert und getanzt. Wie der Zufall es wollte haben wir dann auch noch das Unmögliche erreicht: durch den Hintereingang sind wir im Paulaner-Zelt gelandet und haben Freunde aus der Heimat getroffen, welche dann auch noch Platz an ihrem Tisch hatten. Mehr Glück ging einfach nicht. Berauscht von Blasmusik und im Laufe des Nachmittag getrunkenen Biers, tanzten wir auf den Tischen, feierten. Es war heiss, die Stimmung geladen und natürlich flirteten wir alle wie wild. Solange das Bier mir noch nicht ganz zu Kopf gestiegen war, hatte ich auch noch all meine Sinne beisammen. Das letzte woran ich noch jedoch erinnere ist, dass ich kurz vor halb zehn mit besagten Freund das Zelt verliess, meine Freundin hatte sich mit ihrem Flirt (einem heissen Feuerwehrmann, Klischee hallo :) vom Vorabend verabredet. 

IMG_0485.JPG

Der Morgen danach...

Am nächsten Morgen wachte ich dann in seinem Bett auf, nur in meiner Unterwäsche und um meinen Hals prangerte ein Lebkuchenherz mit der Aufschrift „Meine kleine Prinzessin“…mein Kopf brummte und ich hatte absolut keine Ahnung was in dieser Nacht passiert ist. Hatten wir Sex? Wenn ja haben wir verhütet? Und: was wenn nicht?

Tausend Gedanken schossen mir durch den Kopf,…hätte ich Sex mit ihm gewollt? Hat er die Situation vielleicht ausgenutzt und wo in aller Welt ist meine Freundin?

Ein Blick neben das Bett gab zumindest Aufschluss auf die letzte Frage…sie schlief seelig auf der Matratze neben mir. Er wachte langsam auf, schmunzelte und schaute mich an: „Na wie geht es Dir?“…ich konnte seinen Blick nicht deuten. Ich fühlte Scham und Kontrollverlust. Zum einen wegen dem Alkohol, aber vielmehr deshalb weil ich nicht wusste was ich mit meinem Körper eventuell angestellt hatte und ob ich das wirklich wollte. 

Ich fragte ihn: „Haben wir etwa…?“ „Nein“, erwiderte er, „haben wir nicht, keine Bange“

Puh, Glück gehabt, denn in diesem Moment, obwohl ich ihn sehr gern hatte, wurde mir klar, dass ich keinen Sex mit ihm haben wollte. Vor allem so nicht. Warum ich dann in diesem Aufzug bei ihm im Bett lag? Na zum einem weil ich eh dort geschlafen hätte. Zum anderen hatte ich ihn in der Nacht „genötigt“, mir das Lebkuchenherz zu kaufen und es bei Ankunft in seiner Wohnung gerade noch hinbekommen mich aus meinen Klamotten zu pellen, dafür aber nicht mehr meine Schlafsachen anzuziehen.

Heute lache ich wenn ich die Geschichte erzähle, doch eigentlich geht es bei dieser um so viel mehr. Ich war in der Nacht einfach super betrunken, hatte absoluten Kontrollverlust und hätte mich in eine komprimierende Situation hineinbegeben können, in der man manchmal eben nicht ganz genau weiß was man möchte. Ich denke, all das sind Situationen die wir als Frauen, Mädchen kennengelernt haben. Gott sei Dank war er ein Gentleman, hat sich um mich gekümmert und mich vor allem unversehrt nach Hause gebracht.  Mal abgesehen davon dass ich an diesem Abend so krass drauf war, geht es doch vor allem bei dem was passiert und zum Glück nicht passiert ist, um zwei Punkte: nämlich Selbst-Kontrolle und freier Wille.

Feiern ist etwas wunderbares, sich sexuell auszuprobieren und offen zu sein auch. Wichtig dabei ist jedoch, dass wir die Kontrolle behalten und uns wirklich fragen, ob wir eine Situation möchten. Können wir diese Frage nicht mit 100%igem JA beantworten, dann sollten wir es lieber sein lassen. Wir Frauen sind die einzigen die zu entscheiden haben, ob und wie sie Sex haben möchten. Das setzt aber auch voraus, dass wir bei uns bleiben, ehrlich zu uns sind und auch das Thema Verhütung nicht dem Zufall überlassen. 

IMG_0483.JPG

Sexuelle Selbstbestimmung

Egal ob wir die Pille nehmen, mit Kondomen oder Diaphragma verhüten. Wichtig ist, dass wir es tun und selbst bestimmen ob und wann es Zeit für eine Schwangerschaft ist. Von Geschlechtskrankheiten fange ich jetzt mal gar nicht an. Und sollte es doch passieren, dass ihr in eine Situation wie ich in meiner Oktoberfestgeschichte kommt (und es hätte absolut sein können, dass ich in dieser Nacht ungeschützten Sex gehabt hätte!!!), dann gibt es immer noch die Möglichkeit der Notfallverhütung.

Mit Mia hatte ich bereits über meine Erfahrungen zu dem Thema berichtet. Ich habe die Pille Danach schon einmal genommen und finde es toll, dass Notfallverhütung überhaupt möglich ist. Wir alle können in Situationen kommen (und das ist NICHTS wofür man sich schämen muss), in der das Kondom geplatzt ist, wir im Rausch der Gefühle (und ja auch manchmal des Alkohols) vergessen zu verhüten. Das kann passieren. Was nicht passieren muss ist eine ungewollte Schwangerschaft. 

Deshalb möchte ich Euch an dieser Stelle nochmal kurz und knackig alle wichtigsten Infos zur Pille danach zusammenfassen:

  • Die Pille Danach bietet Schutz, wenn beim Sex nicht verhütet wurde oder eine Verhütungspanne passiert ist.
  • Die Pille Danach verschiebt in diesen Fällen den Eisprung, so dass das Zusammentreffen von befruchtungsfähiger Eizelle und Spermien und somit auch eine Schwangerschaft verhindert werden kann. Die Pille Danach ist also keine Abtreibung.
  • Die Pille Danach gibt es rezeptfrei in der Apotheke – auch nachts und am Wochenende (Apotheken-Notdienst - Kosten zwischen 15 - 30 €).
  • Die Pille Danach ist keine Hormonbombe – Nebenwirkungen sind meist leicht und klingen von selbst wieder ab.

Solltet ihr weitere Fragen haben, schreibt mir gerne!

Liebst,

Madlèn Bohéme

In Kooperation mit Cohn&Wolfe - Anzeige