Looking for love - Generation: gemeinsam einsam!

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"Wir sind die Generation, die Menschen austauscht wie ein Pinterest Board...wir investieren mehr Zeit in unser Tinder Profil als in unsere Persönlichkeit...wir lenken uns permanent ab, unter dem Schein des Sozialisieresn aber investieren keine Zeit mehr, eine Person wirklich kennenzulernen."

Als Nelly mir den Link zu dem obigen Video auf Facebook sendet, bekomme ich einen Kloß im Hals. Das Thema Beziehungen und Männer beschäftigt mich aktuell sehr. Es gibt viele Bereiche in meinem Leben in denen ich mir wieder vertraue. Ich vertraue auf meine Bedürfnisse, ich vertraue auf meine Gefühle, ich vertraue meinen engen Freunden. Aber ich vertraue mir selbst bei dem Thema Männer und Beziehungen nicht. 

Wir alle suchen nach Liebe!

Ich spreche vor ein paar Tagen mit Sarah über das Thema. Wir alle suchen nach Liebe. Wir sind keine Inseln, wollen Erfahrungen, Schmerz und Glück teilen. Wir erschaffen den Trugschluss permanent über Social Media und Dating Apps mit Menschen in Verbindung zu stehen. Doch zum Großteil nur oberflächlich. Nur bis zu einer Grenze, die sich im seltensten Falle daraufhin erweitert wirklich einen Menschen kennenzulernen: ihn oder sie zu sehen. Sie in ihrer Ganzheitlichkeit, mit allen wundervollen Seiten, aber auch Schatten und Ängsten wahrzunehmen. Wir wollen lieber Hochglanz-Magazin-Freundschaften, die sich auf Instagram eignen, als echte Begegnungen die auch mit verbrannten Seiten oder herausgerissenen daherkommen. Wir wollen Liebe, aber sind nicht bereit für sie. Wir sind gemeinsam einsam.

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Mich persönlich macht das traurig. Ich sehe um mich herum so viele wunderbare Frauen und Männer, die eigentlich alle dasselbe wollen, aber irgendwie nicht zusammen kommen, denn:

Wir sind in einer Krise der Beziehungen und Geschlechterrollen angekommen! 

Und das ist, wie bei jeder sozialen Veränderungen, toll und scheisse zu gleich. Die Rolle von Männern und Frauen brechen auf und müssen sich neu definieren, dass geht immer mit Unsicherheit daher. Früher waren wir sozial und wirtschaftliche auf einandern angewiesen, vor allem (und leider) Frauen von Männern. Heute sind wir das nicht mehr. Zum Glück. Dennoch heisst diese neue Freiheit nicht, dass sich festlegen und Zeit zu investieren etwas falsches sind.

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Wir haben so viel Angst vor vermeintlicher Abhängigkeit, dass wir erst gar keine klaren Entscheidungen mehr treffen.

Doch was herauskommt ist eine Gesellschaft, die Selbstverwirklichung propagiert aber Gemeinschaft nur temporär zulässt. Kein Mensch ist eine Insel. Das gilt für jeden Lebensbereich. Wir sind im Miteinander immer stärker als im Kampf alleine. Wir sind nicht austauschbar, auch wenn uns die Konsumgesellschaft und das Leben im Netz der unbegrenzten Optionen etwas anderes lehren will. Wir sind kostbar und können unabhängig und individuell sein ohne uns zu verlieren. 

Lasst die Liebe wieder in euer Leben. Investiert in euch und in zwischenmenschliche Beziehungen. It's worth it.

 

Liebst,

Madlén Bohéme