Von Intuition, Bedürfnissen und unserem Inneren Kind

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Du stehst mir gegenüber, ich weiß eigentlich ganz genau, dass du lügst, aber ich will dir doch so gerne glauben. Ich möchte so gern an der Idee, meinem Wunschdenken und an meinen Sehnsüchten festhalten. Doch: 

Da ist es, diese dumpfe Gefühl irgendwo zwischen Herz und Magen, diese Drücken. Mir wird etwas flau, ich merke das ich nicht mehr aktiv am Gespräch teilnehme, bin kurz im Tunnel und dann doch wieder im Geschehen. Ich sage Ja obwohl das Gefühl Nein sagt und merke wie sich Wochen später die Entscheidung des Gefühls bestätigt. Ich wusste, dass etwas nicht stimmte, wollte es aber nicht wahr haben und folgte meinem Verstand, der mir wie in einem Theaterstück meine eigene Inszenierung des Selbstbetrugs aufzeigt. Ich bin Darsteller und Publikum zu gleich. Ich bin das Gemälde und der Betrachter. 

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Intuition

Unsere Intuition, unser Bauchgefühl...was ist das eigentlich? So etwas wie das Unterbewusstsein, dass in bestimmten Lebenssituation sich doch an unsere bewusste Oberfläche kämpft? Uns mit einem Gefühl, einer Entscheidung oder auch nur Ahnung verseht? Ich denke wir alle kennen diese Momente und hören doch zu wenig auf sie, schenken ihnen keine Aufmerksamkeit und das, obwohl sie ein guter Kompass für unsere eigenen Bedürfnisse darstellen. Wie oft wird uns eine Frage gestellt, die eine Antwort, eine Entscheidung einfordert und wir hören nicht auf das was wir eigentlich wollen? Zumeist tun wir das aus Angst nein zu sagen, denn wir wollen geliebt werden und sprechen oft all zu gerne aus was unser Gegenüber hören will. 

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Die Beziehung zu mir selbst

In einer Welt der tausend Möglichkeiten fällt es uns immer schwerer eine Entscheidung zu treffen, bedeutet es doch sich gegen 108484 Optionen auszusprechen. Im Supermarkt der Lebensentwürfe sind wir geblendet von unendlich Verpackungen die wir befüllen sollen, denen wir entsprechen müssen. Wir investieren in unser kognitives Sein, aber nicht in unsere sozialen und emotionalen Fähigkeiten und deren Wachstum. Wer sich abgeschnitten von sich selbst und der Welt fühlt, sollte der inneren Stimme wieder Bedeutung zukommen lassen und sich vor allem eins: Zeit nehmen.

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Wann war das letzte Mal dass du Zeit nur mit dir verbracht und dir geschenkt hast? Dass du in der Stille deinen Gedanken oder der Muße nachgehangen bist? Bei dir warst? Sich wieder selbst Raum zugeben ist ein wunderbarer Anfang. 

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Unser Inneres Kind (der Bedürfnisse)

In meiner Therapie habe ich gelernt wieder in den inneren Dialog zu gehen. Mich zu fragen was eigentlich mein Selbst ausmacht. Ein prägender Moment war, als ich ein Familienmitglied fragte, wie ich eigentlich als Kind gewesen bin? Aufgrund eines traumatischen Erlebnisses mit 11, hatte ich das Gefühl zu dem Kind das ich einst war jeden Kontakt, jede Verbindung verloren zu haben.

Die Antworten die ich erhielt waren für mich sehr wertvoll, weil sie ganz viele Grundtendenzen meiner Identität und Person mir aufzeigten. 

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Ich habe als junge Frau sehr darunter gelitten, dass ich keine Sache so richtig gut kann...mich interessierte einfach zu viel...ich war in nix so richtig gut. Als ich mich aber darauf besann was ich als Kind schon immer gerne gemacht habe(und was mir wiederum auch von besagten Familienmitglied bestätigt wurde), lag die Sache eigentlich ziemlich nah: ich hatte schon immer gerne geschrieben. In der gesamten Grundschule habe ich Hefte lange Aufsätze geschrieben und bin in eine eigene Welt abgetaucht (ich denke das nennt man Muße)... Schreiben und Lesen, Wörter an sich waren schon immer meine Welt. 

Was ich damit sagen will ist: eigentlich liegen unsere Bedürfnisse und die Person die wir sind so nah! Doch Traumata, schmerzvolle Erfahrungen und vor allem Verluste entfernen uns davon. Lasst uns wieder auf unser Bauchgefühl hören, wie einst das Kind das wir waren und eigentlich immer noch sind.

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In diesem Sinne: happy me day.

Ort: Museum der Bildenden Künste Leipzig I Ren Hang Ausstellung