Vielleicht gehört das einfach zu Dir - Makel und andere Schönheiten

 Danke an  PAULA  für die tollen Bilder.

Danke an PAULA für die tollen Bilder.

Letztens saßen meine wunderbare Kollegin B. und ich in der Mittagspause zusammen und sprachen über unsere Körper. Was wir an ihnen mögen und wo unsere vermeintlichen „Makel“ liegen, „Problemzonen“…als kann ein Körperteil, dass gesund ist ein Problem sein.

Aber zurück zum Thema. B. hat mit ihrem Ehemann Heilfasten gemacht. Es war ärztlich begleitet, sie fühlte sich sehr wohl, gesünder. Der bekannte Fastenarzt, den sie die ganze Zeit kennenlernen wollte, war leider nur die letzten beiden Tage mit vor Ort und am Ende dieser Fastenerfahrung hatte sie auch die Möglichkeit mit ihm ins Gespräch zu kommen. Sie schilderte ihre positiven Erfahrungen, welches Wohlgefühl sich eingestellt hat etc. Doch über eine Sache war sie etwas traurig: B. hoffte, dass durch das Fasten ihre Tränensäcke unter den Augen etwas zurückbilden würden.

1E3FB3FB-01CF-4579-9D1B-E08365085013.JPG

Der Körper als Makel

Der Arzt blickte sie an und sprach: „Beate, aber vielleicht gehören die einfach zu DIR“.

Ich finde diesen Satz so mächtig: es gehört einfach zu dir, dein Körper, der gehört einfach zu dir. Und wie wunderbar ist das bitte?

Wir leben in einer Welt, in der ein Schönheitsideal in den Medien vorgelebt wird, bei dem wir alle nur verlieren können. Dieses System ist so aufgebaut, dass wir uns nie schön, fit oder natürlich auch sexy genug wahrnehmen können. Eventuell sehen 0,1% der Menschheit so aus, wie auf den retuschierten Hochglanzmagazinen oder Feeds auf Social Media.

 

97633D31-2F92-469D-89AA-CE76E2F42152.JPG

Vielleicht gehört das einfach zu dir.

Dabei haben wir alle normale Körper, die aussehen, wie sie nun mal aussehen. An Ihnen gibt es Adern, Haare, Poren, verschiedenen Hautfarben, Muttermale, Narben, Falten, Dellen, Pickel, Flüssigkeiten etc. Körper sind divers. Sie lassen sich nicht in ein Schema pressen und wir müssen anfangen sie zu lieben und realistisch damit umzugehen.

6A96EB04-5351-4595-AC6B-72A93181B54A.jpg

Mein Körperhass

Ich hab bereits auf Instagram darüber gesprochen, dass ich meinen Körper jahrelang gehasst habe, aber mich noch viel mehr. Ich hatte kein Gefühl mehr für ihn und für mich. Und leider geht es so vielen von uns so, vielleicht auch aktuell dir. 

Wir schauen uns im Spiegel an, aber können uns sich nicht sehen. Wir sehen nur Fleisch dass nicht in die hübsche Auslage im Geschäft passt. Wir optimieren und schrauben, wir geben Unmengen an Geld und Zeit.

29E1E252-B0B8-4C04-AFEE-889824F3CF63.JPG

Versteht mich nicht falsch, ich bin Ästhet durch und durch und lebe den Glaubenssatz, dass in einem gesunden Körper ein gesunder Geist lebt. Und ich bin jetzt mal ganz radikal und sage, dass ich NICHT der Meinung bin, dass das bei einem Körpergewicht von 160 KG der Fall sein kann.

Aber wir Menschen müssen keine 36 sein, wir sind nicht alle weiss und blond und 20 Jahre. Wir sind alles.

F7DE4F95-FDB1-466D-95D3-401E5DC9DBAE.JPG

Meine Körperliebe

Den Post zu diesem Thema hatte ich schon eine Weile geplant. Wie das Leben spielt ist die wunderbare Paula vor zwei Wochen in mein Leben getreten, welche nicht nur ein begnadeter Schreiberling, sondern auch eine spannende Fotografin ist. In ihrem Fotoprojekt „pure bodies“ zeigt sie intime Momente von normalen Körpern. Sie spielt mit Perspektive und Ausschnitt. Sie hat einen Blick auf die Dinge, dass ich beim Betrachten mancher Fotos kaum atmen kann oder einfach nur Liebe empfinde. 

Paula hat mich fotografiert und ich finde mich auf jedem Bild wieder. Ich sehe mich. Auch vermeintlich unliebsame Stellen.

Ich war kein Fan von meinen Füßen. Doch heute weiss ich, dass sie mich durch das Leben tragen und mich im wahrsten Sinne des Wortes erden.

054A4C9F-DEB1-4596-AB5B-9572D205A7BF.JPG
C55EEB38-9DA4-44E6-9FB2-455DE0430335.JPG

Ich hasste meine leicht schiefen Zähne ,die sogar nicht ins Colgate Lächeln von Social Media passen, aber jetzt denke ich mir: sie machen mich besonders. Ich hab die Perspektive darauf geändert.

Ich hasste meine kleinen Brüste und bin mittlerweile ihr größter Fan.
BD71DFA7-3D16-46DD-9FD7-12B18F2CE2E1.JPG

Ich mag aber auch die Tatsache, dass ich durch Yoga und einen gesunden Lebensstil einen starken Rücken, trainierte Beine und weniger Cellulite am Arsch bekommen habe. Ich mag meinen Solariumfleck. Alles darf sein. Ich mag meinen Körper mittlerweile sehr. Nein ich liebe ihn. Er ist stark und sanft. Ich liebe die Umarmungen die ich damit geben kann, den wunderbaren Sex den ich haben darf, weil ich endlich cool mit mir bin. Die kleinen Falten die ich nun habe und die sagen: hey, ich bin schon 30 Jahre hier am Start. Alles. Und das war echt ein beschissener Weg hier her.

Was ich damit sagen will: schaut Euch genau an und seht dieses Wunder. Dieser Körper der Euch am Leben lässt. Hegt ihn wie einenTempel, lebt gesund, bewegt euch, liebt Euch und lasst Euch von keinem Arsch der Welt mehr einreden, das ihr defizitär seid. De-abboniert destruktive IG Accounts und kappt ungesunde Beziehungen.

56370A92-45F0-4B8D-8631-974CE5023304.JPG

JOIN THE SELFLOVE CLUB.

A41BFF8B-C01C-46A7-A8B5-CB34F0FF8027.JPG

Happy Sunday.

Paula's Website: www.wasserglasmädchen.de

IG: @chybris

Liebst,

Madlén Bohéme

 

Die Fotos sind übrigens alle im tollen Studio "Die Bildmanufaktur" entstanden. DANKE :)