Tipps, wie du mit einer Trennung umgehen und loslassen lernen kannst - ich lese meinen Blogpost vor

Zu aller erst, ich bin kein Profi geschweige denn allwissend. Ich will auch keine absoluten Ratschläge geben, denn was für mich funktioniert, was mir hilft oder geholfen hat, dass muss noch lange nicht auf dich zutreffen. Leben ist individuell. Aber Erfahrungen austauschen, kann gegenseitige Inspiration und Hilfe schaffen und darum geht es mir in diesem Artikel.

Zum aller ersten Mal lese ich Euch übrigens den Posts auch nochmal mit Kommentaren vor.

Der Wunsch etwas zu diesem Thema zu äußern kam von einer Followerin auf Instagram, die mir (danke dafür) von ihrer persönlichen Geschichte berichtete. Dass sie im letzten Jahr einen Mann traf, der glücklichste Mensch der Welt war, er sich potzplitz trennte und sie nun damit schwer umgehen kann, nicht loslassen kann.

Zu aller erst: Trennungen und Verluste sind das schlimmste was einem passieren kann. Auch wenn man sich selbst trennt. Sie haben mit unserem Bedürfnis nach Liebe, dem ursprünglichsten Gefühl und Wunsch der Welt etwas zu tun. Sich einzugestehen, dass eine Liebe gescheitert ist, tut immer weh. Verlassen zu werden, in einer Situation in der man selbst glaubt, dass alles in Ordnung ist, bricht einem im wahrsten Sinne des Wortes das Herz. 

Die schlechte Nachricht ist: wir müssen hier durch. Wir müssen die Gefühle zu und vor allem rauslassen, damit wir sie nicht verdrängen und sie sich in uns manifestieren. Die gute Nachricht ist: wir können uns selbst Umstände erschaffen, die es uns erleichtern und ermöglichen, selbstreflektierter und gestärkter zu sein. 

 

1. Akzeptanz

Ok, gehen wir davon aus, dass wir verlassen wurden. Es kam relativ plötzlich. Oft können wir nicht nachvollziehen, warum er oder sie das getan hat. Egal, ob der andere jemand Neuen hat, er oder sie nicht im Stande sind eine Beziehung zu führen, egal welcher Grund: wir müssen akzeptieren lernen, dass unser Gegenüber KEINE Beziehung mehr oder generell mit uns führen will. Das ist furchtbar, aber leider die Wahrheit. 

 

2. Teile dich mit - aber nicht ununterbrochen

Hilfe benötigen wir alle. Und das ist auch gut so. Sich mitzuteilen, auszuweinen…wir kennen das und brauchen das auch. Leider können wir den Schmerz nicht aufteilen, aber wir müssen auch nicht alleine durch. Ich wollte immer auf Krampf die Starke sein (will ich auch heute oft noch), aber sich bei einem anderen geliebten Menschen fallen und schwach sein zu dürfen, ist etwas wunderbares. Versucht das anzunehmen. Nichtsdestotrotz: auch wenn du denkst, dass du grad mächtig am Arsch bist und es dir am allerschlechtesten geht (und man muss sich darin auch eine Zeitlang suhlen), vergiss die Welt und die Menschen die dir etwas bedeuten nicht, öffne deinen Blick für andere Dinge im Leben und lenke dich auch damit ab, in deinem Leben muss dann auch wieder Platz für anderes sein… Für Zeit mit lieben Menschen, deinen Job, deine Hobbys. 

 

3. Ein klarer Cut - kill them on social media

Wir sind mit unseren Trennungsschmerzen oft so ohnmächtig, dass wir einen Grund wollen, wir wollen den anderen weiter observieren, wissen, was in seinem /Ihrem Leben los ist und fangen dann an wild und oft verklärt zu interpretieren. Social Media macht es uns hier sehr leicht und selbst zu verarschen und zu geißeln. Da werden Fake Accounts angelegt, der andere gestalkt, es werden Theorien gebastelt. TUT EUCH DAS NICHT AN. Macht einen klaren Cut, den anderen eine Weile wirklich aus dem Leben zu nehmen, den Kontakt einzustellen für eine Zeit und nicht zu schauen was er sie macht, andere danach zu fragen….das ist für mich immer das beste gewesen, Abstand zu bekommen und dann oft auch wieder KLAR zu sehen. Denn oft sind wir verklärt gewesen, auch was den anderen oder die Beziehung im Allgemeinen angeht. 

 

4.  Selbstreflektion  - es gehören immer 2 dazu

Er hat sich unerwartet getrennt. …War es das wirklich? Ganz oft habe ich schon gehört, dass sich sie oder er unerwartet getrennt haben, aber war es das wirklich oder haben und wollten wir gewisse Anzeichen einfach nicht wahrhaben? Dieser Punkt geht sehr in die Tiefe, denn hier kommt natürlich Psychologie ins Spiel. Wir suchen uns unser Gegenüber, einen Partner nie ohne Grund aus. Oft bedienen wir damit alte Muster, projizieren in den anderen unsere unbefriedigten Bedürfnisse…haben große Erwartungen. Es gibt tausend Gründe warum sich jemand trennt, warum eine Beziehung nicht funktioniert oder es gar nicht erst zu einer kommt. Am Ende des Tages, bei aller Wut die wir oft haben: es gehören IMMER beide dazu. Denn auch man selbst muss sich fragen (auch wenn man verlassen wurde), was hat die Trennung mit mir zu tun? Suche ich mir aus kindheitlicher Prägung immer wieder Männer aus, die mich verlassen. Kann ich vielleicht selbst gar nicht lange in einer oder überhaupt in einer Beziehung sein, weil ich Angst vor einer Bindung habe?…ich könnte das ewig weiter spielen. Nutze am Ende diese Trennung für dich, für Selbstreflektion. Vielleicht auch unter professioneller Hilfe. Why not? Es lohnt sich.

 

5. Verzeihe dir und dem Anderen

Nach einer gewissen Zeit (und nein, ich glaube NICHT daran, dass Zeit alle Wunden heilt, aber man brauch sie) ist es wichtig loszulassen und zu verzeihen. Vor allem sich selbst, aber auch dem anderen. Und ich finde, dass der Part sich selbst zu vergeben, dass man in dieser Beziehung nicht anders konnte, seine Bedürfnisse und Ängste dem anderen übergestülpt hat, dass ist oft am schwierigsten. Wenn man betrogen wurde, dann ist es natürlich auch krass dem anderen zu verzeihen. Aber wenn du deinetwillen Seelenfrieden finden und abschliessen willst, dann ist das unumgänglich. 

Wie du das machen kannst? Ich bin Fan von kleinen Ritualen. Schreib deine Gefühle auf, warum und was du dir verzeihst. Schreib an den anderen einen Brief, den du NICHT abschickst, lies ihn laut vor, weine schreie und dann: verbrennen und loslassen. Vielleicht machst du das einmal, vielleicht zehn Mal. Irgendwann stellt sich immer mehr Frieden ein. Und das benötigt sie dann trotzdem: die Zeit. 

 

Was tut ihr um mit Verlusten umzugehen?

Liebst,

Madlén Bohéme